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| Der EU-Ukraine-Gipfel findet in Jalta statt, unweit der Insel Kosa Tusla, die Zankapfel zwischen Russland und der Ukraine ist (Foto:geo-tour) | |
Dienstag, 07.10.2003
Grenzkonflikt zwischen Russland und Ukraine
Moskau. Ein Dammbau ist zum Prüfstein der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine geworden. Der Damm soll die russische Halbinsel Taman mit dem Inselchen Kosa Tusla verbinden, die auf ukrainischem Gebiet liegt. Kiew sieht darin eine Grenzverletzung und fordert den sofortigen Stopp der Arbeiten. Die Politik der Ukraine schwankt derzeit zwischen dem Wunsch, sich an den Westen und die EU zu binden und einer Anlehnung an den großen Bruder Russland. So wurden die Grenzstreitigkeiten unmittelbar im Vorfeld des bevorstehenden EU-Ukraine-Gipfels auf Jalta publik.
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Am Dienstag trifft sich der ukrainische Präsident Leonid Kutschma in Jalta auf der ukrainischen Halbinsel Krim mit EU-Vertretern zu zweitägigen Verhandlungen über die zukünftigen Beziehungen zwischen seinem Land und den Westeuropäern. Unter anderem ist auch Deutschlands Außenminister Joschka Fischer auf der Krim.
Kutschma hatte vor kurzem seiner Enttäuschung über den ungeklärten Zustand der Ukraine Luft gemacht. Die Ungewissheit über einen möglichen EU-Beitritt sei er leid, teilte er mit. Wenn keine Hoffnung darauf bestehe, dass die Ukraine irgendwann aufgenommen werde, dann sei es besser, sich gleich mit Russland zu einigen, sagte Kutschma.
So wird es bei den Verhandlungen wohl auch um die Pläne der Ukraine zusammen mit Russland, Kasachstan und Weißrussland einen gemeinsamen Binnenmarkt zu errichten, gehen. Die EU ist gegen einen derartigen Zusammenschluss.
Doch nun hat das russische Vorgehen Kiew wieder dazu provoziert, in die andere Richtung zu marschieren. Bei dem Streit geht es um einen winzigen Flecken, auf dem gerade einmal 15 Familien wohnen. Das Inselchen liegt in der Meerenge zwischen Schwarzem und Asowschem Meer.
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Bei dem Streit geht es aber nur vordergründig um eine Sandbank. Die Ukrainer sind der Meinung, dass der Dammbau ukrainische Hoheitsgewässer verletzen würde. Der genaue Verlauf der Wassergrenze wurde zwischen den beiden Ländern noch nicht vereinbart. Die Russen würden gerne die Gewässer als gemeinsame Binnenmeere betrachten. Sollte die Ukraine auf einer Festlegung der Wassergrenzen bestehen, so sei nicht ausgeschlossen, dass Russland die Arbeiten trotzdem fortsetze und als Wiederherstellung des Status Quo deklariere, vermutet die Moskauer Tageszeitung „Wremja Nowostjei“. Zu einem Bruderkrieg wegen einer Sandbank sollte es dennoch nicht kommen.
(ab/.rufo)
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