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Die Kurilen sind seit Jahrzehnten ein Streitobjekt zwischen Russland und Japan (Foto: newsru)
Die Kurilen sind seit Jahrzehnten ein Streitobjekt zwischen Russland und Japan (Foto: newsru)
Donnerstag, 28.09.2006

Japan lenkt ein im Kurilenstreit

Moskau. Japans neue Regierung zeigt sich kompromissbereit im Streit um die Inselgruppe Kurilen. Außenminister Taro Aso rief zu gegenseitigen Zugeständnissen auf und schlug als Kompromiss die Rückgabe von drei Inseln vor.

Die Kurilen sind eine etwa 1.200 Kilometer lange Inselkette, bestehend aus circa 30 Inseln. Am Ende des Zweiten Weltkrieges eroberten sowjetische Truppen den Archipel. Der Streit zwischen Japan und Russland dreht sich um vier der Inseln: Iturup, Kunashir, Shikotan und die Inselgruppe Habomai. Bis heute hat der territoriale Konflikt die Unterzeichnung eines Friedensvertrages zwischen beiden Nationen verhindert.

Japanischer Seemann letztes Opfer des Kurilenstreits


Moskau ist an der Normalisierung der Beziehungen interessiert und bereit, die Inseln Shikotan und Habomai an Tokio abzutreten – dies hatte die Sowjetunion bereits 1956 angeboten. Japan forderte bislang jedoch stets die Herausgabe aller vier Inseln – die von den Japanern als „Nördliche Territorien“ bezeichnet werden.

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• Lawrow bereitet Putins Besuch in Tokio vor (15.09.2005)
• 6.8.1945: Atombombe auf Hiroshima schockt Stalin (05.08.2005)
• EU mischt sich in Streit um die Kurilen ein (14.07.2005)
• Japan erhöht Forderungen für Friedensvertrag (10.03.2005)
• Gibt Russland die Kurilen an Japan ab? (15.11.2004)
Immer wieder dringen daher auch japanische Fischerboote in das strittige fischreiche Gebiet ein. Mitte August hatte dies zu einem tragischen Zwischenfall geführt. Ein russisches Patrouillenboot eröffnete das Feuer auf einen japanischen Kutter, da dieser den Anweisungen der Grenzer, zu stoppen, nicht nachkam. Ein japanischer Seemann wurde dabei getötet. Die diplomatischen Beziehungen beider Länder wurden dabei auf eine harte Probe gestellt.

Doch einen Monat nach dieser Krise zeigt sich Tokio nun erstmals seit langem kompromissbereit. Außenminister Taro Aso nahm Abstand von der bis dato starren Haltung Tokios in der Kurilen-Frage.

Vier gegen Zwei macht Drei


„Man kann nicht davon reden, dass wir gewonnen haben, wenn wir vier Inseln bekommen, oder sie gewinnen, wenn wir nur zwei Inseln bekommen. Wenn es keine gegenseitigen Zugeständnisse gibt, können beide Seiten keinen Vorteil bekommen“, sagte Aso. Daher schlug er einen Kompromiss vor, der „beiden Seiten erlaubt, das Gesicht zu wahren.“

Die Rückgabe von drei Inseln wäre die optimale Lösung, meinte Tokios Chefdiplomat. Neben Habomai und Shikotan solle Moskau sich auch von Kunashir trennen, schlug Aso vor. Diese Frage sei allerdings nicht auf Ministerebene zu klären, sondern sei „eine politische Entscheidung der höchsten Führung“.

Kompromissbereitschaft Russlands ist jetzt gefragt


Da Aso als enger Vertrauter des neuen japanischen Premiers Shinzo Abe gilt, ist davon auszugehen, dass seine Äußerungen mit diesem abgesprochen sind. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sich vor kurzem erneut für eine Annäherung beider Länder ausgesprochen. Bei einem Treffen mit internationalen Journalisten sagte der Kremlchef Anfang September: „Mit Japan würden wir gern alle strittigen Fragen, darunter auch territoriale, klären. Wir wollen sie nicht konservieren, wir wollen sie wirklich lösen, doch zu Bedingungen, die sowohl für Russland als auch für Japan annehmbar sind.

Nach dem Vorschlag Asos sind jetzt Moskaus Diplomaten an der Reihe zu prüfen, ob das Angebot für die russische Seite annehmbar ist. Es würde den Weg freimachen zu einem endgültigen Frieden zwischen den beiden Nachbarstaaten.

(ab/.rufo)


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