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| Ramsan wir sind mit Dir, steht auf dem Plakat. Die Imagekampagne für Kadyrow läuft in Grosny auf Hochtouren (Foto: NTV) | |
Mittwoch, 04.04.2007
Kadyrow wird Präsident und „Menschenrechtler“
Grosny. Am Donnerstag wird Ramsan Kadyrow offiziell ins Amt des tschetschenischen Präsidenten eingeführt. Im Vorfeld fuhr er schon mal nach Mekka zur Hadsch und ließ sich mit einem Menschenrechtsorden auszeichnen.
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Seit Jahren gilt Ramsan Kadyrow als der „starke Mann“ in Tschetschenien. Ihm wird der schrittweise Wiederaufbau der Kaukasus-Republik gutgeschrieben, aber auch zahlreiche Menschenrechtsvergehen angekreidet. Seit Mitte Februar ist Kadyrow nun offiziell das Oberhaupt von Tschetschenien – bislang freilich nur kommissarisch. Nach dem Rücktritt von Alu Alchanow ist er der amtierende Präsident der russischen Teilrepublik.
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Kritik und Orden vor der Amtseinführung
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Nach der Ernennung durch Russlands Präsident Wladimir Putin, der Bestätigung durch das tschetschenische Parlament und einer anschließenden Pilgerreise nach Mekka und Medina, auf der sich Kadyrow von allen Sünden reingewaschen haben will, wird er am Donnerstag offiziell ins Amt eingeführt. Während die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ den tschetschenischen Präsidenten in spe als „Diktator und mutmaßlichen Kriegsverbrecher“ geißelt, erhielt Kadyrow von anderer Seite eine unerwartete Ehrung.
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Rechtzeitig zur Inauguration soll Ramsan Kadyrow mit dem „Goldenen Stern für Ehre und Würde“ ausgezeichnet werden. Verliehen wird der Orden von einer ominösen Menschenrechtsorganisation in der Ukraine. Sie nennt sich „Internationales Komitee für den Schutz von Menschenrechten“ und ihr sollen u.a. der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, der LDPR-Vorsitzende Wladimir Schirinowski und der in Russland bekannte Satiriker Michail Schwanetzki angehören. Freilich beeilten sich die Betreffenden zu versichern, dass sie von ihrer Mitgliedschaft keine Ahnung haben.
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Tschetschenien weit weg vom Ideal
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Auch der russische Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin teilte auf einer Pressekonferenz in Moskau mit, dass er die ukrainische Organisation nicht kenne. „In Tschetschenien ist die Situation weit entfernt vom Ideal“, erklärte er. Für das Verschwinden von Menschen und herrschende Willkür in der Republik machte er sowohl föderale Behörden, als auch die Kadyrow unterstehende regionale Führung und auf der anderen Seite separatistische Kräfte verantwortlich.
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Russlands bekannteste Menschenrechtsorganisation „Memorial“ kommentierte die Verleihung des Ordens als Teil einer Imagekampagne Kadyrows. Der Memorial-Vorsitzende Oleg Orlow kritisierte die Organisatoren der Ordensverleihung als „Abenteurer, die ein Geschäft mit Auszeichnungen machen und dafür Bestechungsgelder annehmen“.
(ab/.rufo/Moskau)
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