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Medwedew trifft Berlusconi und bescheinigt den USA Zynismus. (Foto: newsru.com)
Medwedew trifft Berlusconi und bescheinigt den USA Zynismus. (Foto: newsru.com)
Freitag, 03.12.2010

Medwedew zu WikiLeaks: US-Zynismus kann Folgen haben

Sotschi. Erstmals hat sich der russische Präsident zu den „Enthüllungen“ von amerikanischen Diplomaten auf WikiLeaks geäußert. Er bezeichnet sie als zynisch und schädlich. Aber Moskau möchte kein Drama daraus machen.

Dmitri Medwedew schnitt das Thema am Freitag auf der Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem italienischen Premierminister Silvio Berlusconi in Sotschi an.

Die amerikanischen Diplomaten hätten ein Recht auf eigene Meinung, aber „wenn es das öffentlich wird, ist es in der Lage, den außenpolitischen Beziehungen Schaden zuzufügen und sich auf das Klima der Beziehungen auszuwirken“, so Medwedew.

Die Veröffentlichungen offenbarten „den ganzen Zynismus der Bewertungen und Meinungen, die oft in der Außenpolitik verschiedener Staaten überwiegen“, versuchte er diplomatisch zu bleiben, fügte aber hinzu: „In diesem Falle meine ich die USA.“

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Und doch: Moskau wolle „die Situation nicht dramatisieren“: „Wir sind keine Paranoiker und knüpfen die russisch-amerikanischen Beziehungen an keine Informationslecks.“ Medwedew ist zudem froh, dass das nicht im eigenen Land passiert ist:

Wir sind auch nicht besser


„Gott verhüte, dass Einschätzungen des russischen Außenministeriums und der Geheimdienste zu unseren amerikanischen Partnern in die Presse kämen – sie würden auch das größte Vergnügen daran haben!“

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Zur Erinnerung: Auf WikiLeaks waren zu Wochenbeginn wenig schmeichelhafte Äußerungen von US-Diplomaten über das russische Führungstandem veröffentlicht worden. In ihren Depeschen beschreiben sie u. a. Putin als Batman und „Alpha-Rüde“, der Herr im Hause ist, und Medwedew als dessen „blassen“ Abschlag.

“Ich fahre!“


In der bisher letzten Portion ihrer Publikationen bringen die WikiLeaks u. a. eine böse Äußerung des US-Botschafters John Beyrle in Moskau aus dem Jahre 2008, als Medwedew gerade Präsident geworden war.

„Medwedew ist ein Niemand in der russischen Politik, nicht mehr als der Stift in irgend jemandes Tasche oder das Glas auf dem Tisch“, hatte er nach Hause gefunkt. Im Februar 2010 schickte er einen Witz hinterher:

Medwedew setzt sich in ein neues Auto ans Steuer und merkt, dass das Steuer fehlt. Er wendet sich an Putin auf dem Beifahrersitz und fragt, wo es denn ist. Putin holt daraufhin eine Fernbedienung aus der Tasche und sagt: „Ich fahre!“



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Paulsen-Consult 04.12.2010 - 11:12

Sympathisches Statement von Mewjedew

Zuzugeben, dass die russischen Diplomaten auch nicht besser sind, ist sehr sympathisch. Damit punktet Medwjedew. Ich denke nur mal an den ehemaligen russischen Botschafter in Kiew, Thernomyrdin. Der hat dort ganz schön viel Holz gespalten.
Angenehm wäre es, wenn man den direkten, rauhen Ton russischer Politker, dazu zähle ich auch Putin, gleichermaßen erwidern könnte, ohne erheblich Kränkungen hervorzurufen. Dann wäre das der Anfang einer neuen Diplomatie, ohne jede politische Korrektheit. Da hätten dann auch die Menschen ihre Freude dran. Leider klappt es damit noch nicht so richtig. Putin beispielsweise nutzt gerne mal den Holzhammer, hasst es aber, selbst damit traktiert zu werden. Er wird dann richtig böse. Das ist nicht so ganz in Ordnung.


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