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Drogen für den Kreml aus Garmisch-Partenkirchen

Von Ines Lasch, Moskau. Fridrich Nesnanski ist einer der meistgelesenen Autoren Russlands. Er schreibt nach eigenen Worten Faction: 45 Prozent seiner Stoffe entsprechen Tatsachen, 55 Prozent seien erdacht, Fiction eben. Aus dem Untersuchungsrichter „an der Basis“ und späteren Rechtsanwalt der prominenten Moskauer „Kanzlei Nr. 10“ wurde der populärste russische Krimi- und Drehbuchautor. Die meisten seiner annähernd hundert Kriminalromane laufen als erfolgreiche Fernsehserien auf mehreren Fernsehsendern.

Dem knapp Siebzigjährigen geht der Stoff noch lange nicht aus. Schließlich war er bei der Staatsanwaltschaft in Moskau für den Innenstadt-Bezirk einschließlich Kreml zuständig. Dass längst nicht alles sauber zuging hinter den Kremlmauern, erfuhren die deutschen Leser schon in den 1980er Jahren in seinen Krimis „Drogen für den Kreml“, „Roter Platz“ und „Geschäft in Baku“.

„In der Sowjetunion wurde der Krimi wie eine Kartoffel dritter Sorte behandelt – er galt überhaupt nicht als Literatur. Kein Wunder, denn er ist antitotalitär, demokratisch und hat eine spannende Handlung.“

Der Widerspruch zwischen seinen Vorstellungen von der idealen sowjetischen Gesellschaft und der Wirklichkeit beziehungsweise dem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und der herrschenden Gesetzgebung ließ ihn die Seiten wechseln – aus dem Staatsanwalt wurde ein Rechtsanwalt. Allerdings fand er auch in dieser Position seine Vorstellung von einer gerechten Rechtssprechung in der Praxis als Rechtsbeugung wieder. Nesnanski emigrierte daher 1978 in die USA und siedelte später in die Bundesrepublik Deutschland über.

In Deutschland war er zunächst für den Verlag „Posew“ im Rhein-Main-Gebiet tätig und schrieb für die gleichnamige Zeitschrift. Später unterrichtete er bis zum Jahr 2000 am Marshall-Zentrum in Garmisch-Partenkirchen. Bei den Bayern lebt er mit seiner Familie seit Ende der 1990er Jahre und schreibt täglich die Serien „Turezkis Marsch“, „Agentur ´Gloria´“ und „Herr Rechtsanwalt“ fort. Seine Umgebung empfindet er recht schön und nett, allerdings viel zu ruhig und provinziell. Der Zaun stehe doch sehr eng am Haus, so der Autor.

„Ich finde nicht, dass ich Russland in meinen Büchern zu negativ darstelle. Warum soll ich die Gesellschaft lackieren?“

Im Mittelpunkt seiner Seriengeschichten stehen die drei jungen Untersuchungsrichter Alexander Turezki, Konstantin Merkulow und Wjatscheslaw Grjasnow, allesamt ehemaligen Praktikanten oder Kollegen nachempfunden. Der Lieblingsheld des russischen Publikums ist Untersuchungsrichter Alexander Turezki. Nesnanskis Erfolgsgeheimnis liegt in den brandaktuellen Themen, spannenden Handlungsfäden. Der scharfsinnige temperamentvolle Alte schreibt mit bewegter Sprache über die Ereignisse im Russland der Jahre 1991 und 1993, die Tschetschenienkriege, die Praktiken der „Abrechnungen“ in Regierungs- und Bankenkreisen und den Untergang des Atom-U-Bootes „Kursk“.

Auf der Leipziger Buchmesse wird er mit seinen Kollegen Felix M. und Nikolai Modestow zum modernen russischen Krimi sowie zu den Besonderheiten der Verfilmung aus der Sicht des Autors sprechen.

Treffpunkt: 22. März, 18 Uhr, Café „Küf“, Gottschedstraße 4, Leipzig
23. März, 11 Uhr, Café „Europa“, Halle 3, Stand K503 / M 502
23. März, 15 Uhr, Halle 3, Gemeinschaftsstand Moskau, Stand K 401 / L 401


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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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