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Die Airline mit dem staatstragenden Namen "Rossija" könnte zu einer städtischen Institution werden (Foto: Rossiya-Airlines.com)
Die Airline mit dem staatstragenden Namen "Rossija" könnte zu einer städtischen Institution werden (Foto: Rossiya-Airlines.com)
Dienstag, 08.12.2009

Airline Rossija: Übergabe an Stadt St. Petersburg?

St. Petersburg. Die staatseigene Fluggesellschaft „Rossija“ wird voraussichtlich an die Petersburger Stadtverwaltung übereignet. Damit wird fraglich, ob die Pläne zur Schaffung von „Rosavia“ noch umsetzbar sind.


„Rossija“ ist stark defizitär und schleppt eine Schuldenberg von 6 Mrd. Rubel (ca. 135 Mio. Euro) mit sich herum. Gegenwärtig befindet sich das vorrangig von St. Petersburg aus operierende Unternehmen unter der Kontrolle der Staats-Holding „Rostechnologii“.

Wie der “Kommersant“ heute schreibt, wird morgen jedoch eine Besprechung bei Vizepremier Sergej Iwanow stattfinden, bei der das weitere Schicksal der Airline geklärt werden soll. Wie die Zeitung aus mehreren Quellen erfuhr, steht die Übergabe des Unternehmens an den Smolny auf der Tagesordnung.

St. Petersburg hat ein vitales Interesse daran, die Zukunft der Fluggesellschaft zu sichern, um nicht den Haupt-Carrier auf dem stadteigenen Flughafen Pulkovo zu verlieren, für den es große Ausbaupläne gibt.

Bei Russland-Aktuell
• Billig-Airline Avianova sagt fast 100 Flüge ab (07.12.2009)
• Flughafen Scheremetjewo: Privatisierung wird diskutiert (05.10.2009)
• Kaliningrad: KD Avia büßt ihre Fluglizenz ein (04.09.2009)
• Russen fliegen weniger: 18 Proz. weniger Flugpassagiere (30.07.2009)
• Airport Frankfurt übernimmt SPB-Flughafen Pulkovo (26.06.2009)

"Rossija" ist im Kern noch Petersburgs "Pulkovo"


Die heutige „Rossija“ ist 2006 aus einer Fusion der staatseigenen Petersburger Fluggesellschaft „Pulkovo“ und der Moskauer „Rossija“ hervorgegangen. Die damals noch von „Rossija“ betreute Flotte der Regierungsflugzeuge ist inzwischen ausgegliedert worden. Nach dem Passagieraufkommen steht sie auf Rang 5 unter Russlands Fluggesellschaften.

Momentan verfügt „Rossija“ über eine Flotte von 14 Airbus- und acht Boeing-Flugzeugen. Maschinen aus russischer Fertigung sind nicht mehr im Dienst.

Seit Juni unterstand „Rossija“ formell „Rostechnologii“, wo man sich um einen weiteren Kapitalzufluss für die defizitäre Airline kümmerte. Weitere Kapitalspritzen will die Staatsholding aber offenbar nicht mehr organisieren.

Bei Russland-Aktuell
• Staats-Airline Rosavia hebt diese Saison nicht ab (05.03.2009)
• Zangengeburt Rosavia: Russlands neue Groß-Airline (02.12.2008)

Rosavia i.G. fehlt so ein Flügel


Sollte „Rossija“ an St. Petersburg gehen, fehlt allerdings auch ein Eckstein zum Aufbau der neuen Fluggesellschaft „Rosavia“, die zahlreiche staatseigene Luftfahrtunternehmen in verschiedenen russischen Regionen vereinen soll. "Dies bedeutet, dass sich Rostechnologii faktisch von den Plänen zur Schaffung von Rosavia verabschiedet hat", so der Luftfahrtexperte Boris Rybak.

Die Idee zur Schaffung dieses Pool aus etwa einem Dutzend Airlines im Besitz des Staates und der Stadt Moskau war im Sommer 2008 nach der Pleite der "AirUnion" („Kras Air“ u.a.) geboren worden.



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