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Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur Dena, nimmt am Energiegipfel am 13. April in Moskau teil (Foto: Dena).
Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur Dena, nimmt am Energiegipfel am 13. April in Moskau teil (Foto: Dena).
Freitag, 13.04.2007

Energieforum: Russland hat enormes Einsparpotential

Moskau. Am 13. April findet in Moskau das deutsch-russische Energieforum zu Problemen der Energieeffizienz statt. R-A sprach mit dena-Geschäftsführer Stephan Kohler über die Ziele des Forums und mögliche Entwicklungen.

R-A: Worin besteht das Ziel des bevorstehenden Energieforums?

Kohler: Zentrales Thema des Forums ist die Energieeffizienz. Wie können wir Energie sinnvoller und sparsamer einsetzen? Dazu sollen Kooperationen im Bereich der Wirtschaft angesprochen werden, um Technologietransfers zu ermöglichen. Es werden aber auch neue Dienstleistungsangebote in diesem Bereich diskutiert, eine mögliche Zusammenarbeit hier vereinbart.

R-A: Geht es beim Forum um Energieeffizienz in einem bestimmten Bereich?

Bei Russland-Aktuell
• Russisch-deutsche Energiekonferenz in Moskau (27.10.2006)
• Russland will mit mehr Atomstrom die Welt beglücken (16.03.2006)
• G-8: Je mehr Energie weltweit - desto weniger Armut? (16.03.2006)
• Auch Japan, China und USA wollen Gas aus Russland (13.12.2005)
• Schröder Aufsichtsratschef bei Ostsee-Pipeline (09.12.2005)
Kohler: Es geht vor allem um Energieeffizienz in der Industrie. Dabei sind alle Produktionsstufen betroffen. Dazu zählt schon die Förderung der Energieträger, aber auch der Transport und die Energieumwandlung, bei der sehr viel verloren geht. Schließlich geht es aber auch darum, dass die Industrie als Verbraucher Energie sparen muss.

R-A: Wer nimmt an dem Forum teil? Es gab Gerüchte, dass Ex-Bundeskanzler Schröder in Moskau sein wird.
Kohler: Gerhard Schröder wird wohl nicht teilnehmen. Die deutsche Delegation wird von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos angeführt, von russischer Seite wird der Industrie- und Energieminister Viktor Christenko dabei sein. Klaus Mangold, der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft kommt ebenfalls. Auch ansonsten sind vor allem Vertreter der deutschen Wirtschaft in Moskau, so z.B. RWE, BASF und Steag, aber auch aus der Metallbranche kommen Unternehmen. Von russischer Seite schicken Gazprom, Lukoil u.a. ihre Vertreter.

Mehr dazu im Internet
• Die Deutsche Energieangentur Dena

aktuell.RU ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.
R-A: Liegen die Positionen von Deutschland und Russland im Bereich Energieeffizienz eigentlich weit auseinander? Gibt es Konflikte?

Kohler: Nein, eigentlich liegen die Positionen gar nicht so weit auseinander. Bei dem Forum geht es nicht um die Beilegung irgendwelcher Konflikte, sondern darum wie wir besser zusammenarbeiten können auf dem Gebiet. Auch die russische Seite ist an Energieeffizienz interessiert, weil die Energiepreise in Russland in Zukunft angehoben werden. Darum wollen die Betriebe natürlich den Energieverbrauch senken.
R-A: Gibt es Schätzungen darüber, wie viel Energie Russland sparen kann?

Mehr dazu im Internet
• Energieforum.ru

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Kohler: Nach Einschätzung des russischen Energieministeriums kann Russland bis zum Jahr 2020 40 – 50 Prozent seines Energieverbrauchs reduzieren. Daran sind auch die Förderunternehmen selbst interessiert. Zwar sollen die Preise im Inland schrittweise angehoben werden, doch derzeit bekommt z.B. Gazprom beim Verkauf von 1.000 m3 Gas im Inland einen Preis von 40 – 45 Euro, während der Konzern beim Export der gleichen Menge 220 - 230 Euro verdient. Somit sind die Förderunternehmen natürlich daran interessiert, dass zu Hause gespart wird, um mehr Reserven für den lukrativen Export zu haben.

R-A: Hat Energiesparen in Deutschland und Russland den gleichen Stellenwert?

Kohler: Deutschland war schon immer ein Hochpreisland. Wir sind auf Energie-Importe angewiesen, daher hat Energie-Effizienz sicher einen höheren Stellenwert als im rohstoffreichen Russland. Aber auch in Deutschland gibt es Möglichkeiten, Energie effizienter zu verwenden als es bisher getan wird.

R-A: Wie würden Sie die Bedeutung des Energiesparens als Konzept weltweit charakterisieren?

Kohler: Energieeffizienz ist das Top-Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Die angebotsorientierten Strategien haben sich in der Vergangenheit nicht als sinnvoll erwiesen. Nur die Förderung zu erhöhen, ist auf Dauer keine Lösung, weil die Vorräte dann irgendwann verbraucht sind. Daher wird in Zukunft Energiesparen immer wichtiger werden.

R-A: Vielen Dank für das Gespräch.






Die Fragen stellte André Ballin



Zur Person: Stephan Kohler ist seit September 2000 Geschäftsführer der Deutschen Energie Agentur (dena). Neben Veröffentlichungen zu energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Themen sowie der Erarbeitung von Energiewende-Szenarien ist er Autor der Bücher „Die Energiewende ist möglich“ und „Sonnenenergie-Wirtschaft“ sowie Mitherausgeber des Buches „Neue Wege zum Klimaschutz“.


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