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Milliardendeal geplatzt: Keine Siemens - Züge zwischen Moskau und Petersburg. (Foto: RZD)
Milliardendeal geplatzt: Keine Siemens - Züge zwischen Moskau und Petersburg. (Foto: RZD)
Dienstag, 01.11.2005

Hochgeschwindigkeitszug Moskau-Petersburg geplant

Moskau. Das russische Verkehrsministerium will eine neue Konzeption für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau nach St. Petersburg erarbeiten lassen. Damit wird ein Liefervertrag mit Siemens hinfällig.


Für die Konzeptentwicklung werden vom Verkehrsministerium 200 Millionen Rubel (5,8 Millionen Euro) bereitgestellt, berichtet heute die Zeitung „Kommersant“. Die Züge sollen nicht auf der bereits bestehenden, überlasteten Trasse fahren, sondern auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke.

Die Geschwindigkeit soll bei über 200 km/h liegen. Die Fahrzeit zwischen Moskau und Petersburg betrüge damit etwa 4,5 Stunden. Die Strecke soll möglicherweise auch bis nach Helsinki verlängert werden, Verhandlungen darüber laufen bereits.

Kein Milliarden-Deal für Siemens

Mit den neuen Plänen wird auch das erst vor kurzem beschlossene Projekt, Siemens-Schnelltriebwagen für 1,5 Milliarden Euro anzukaufen, hinfällig. Über eine mögliche Beteiligung an der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke werde mit Deutschland, Frankreich und Italien verhandelt, berichtet der „Kommersant“.

Bei Russland-Aktuell
• Bundesverkehrsminister Stolpe in Kaliningrad (18.02.2005)
• Von Petersburg nach Helsinki in drei Stunden (19.01.2005)
• Bauboom rund um den Moskauer Bahnhof (08.07.2004)
• Wer in Petersburg eine Grube gräbt (25.02.2004)
• Petersburger Bauloch fand seine Käufer (09.04.2004)
Die neuen Pläne werden von Kritikern als unsinnig bezeichnet. Auch auf den bestehenden Gleisen könnten mit neuen Triebwagen ähnliche Geschwindigkeiten erzielt werden. Die Zeitersparnis auf der neuen Trasse liege bei nur 20 bis 30 Minuten. Eine Zeitersparnis gegenüber dem Flugverkehr gibt es nicht.

Eine Baugrube und sonst nichts

Bereits Anfang der 90er Jahre hatte es Planungen für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gegeben. Eingesetzt werden sollten französische TGV-Züge. Die Trasse hätte den Waldai-Naturpark mit einzigartigen Feuchtgebieten durchschneiden sollen.

Für das Projekt wurden Anfang der 90er Jahre insgesamt 500 Millionen USD (mehr als 400 Millionen Euro) bereitsgestellt. Ein großer Teil dieser Mittel verschwand spurlos. Nur in St. Petersburg wurde neben dem Moskauer Bahnhof eine gewaltige Baugrube für den neuen Bahnhof ausgehoben.

Weil der TGV-Einsatz in Konkurrenz zum Flugverkehr und den bestehenden komfortablen Nachtzug-Verbindungen wirtschaftlich sinnlos war, wurde der Bau eingestellt.

(mig/.rufo)


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