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| Wer einen Mercedes haben möchte, muss zukünftig mehr Geld für den Zoll aufbringen (Foto: Helmut Scholz/rufo) | |
Freitag, 25.07.2003
Westautos werden teurer in Russland
Von André Ballin, Moskau. Ab sofort werden importierte Gebrauchtwagen in Russland mit höheren Zöllen belegt. Damit entfällt für die Russen in Zukunft die hektische Schnäppchen-Suche auf den Automärkten Europas und Japans, da der Zoll das eingesparte Geld bei weitem wieder auffrisst. Die Gebühren an der Grenze haben sich für den Liebhaber ausländischer Autos mindestens verdoppelt. Da sich allerdings auch die einheimische Autoproduktion einem neuen Tiefpunkt nähert, ist für den Herbst ein allgemeiner Anstieg der Autopreise zu erwarten.
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Zahlten die Bürger vorher bei der Einfuhr von gebrauchten Klein- und Mittelklassewagen (bis 2,5 Liter) pro Kubikzentimeter Hubraum 0,85 Euro, so muss der Autofahrer ab dem 25. Juli 2003 schon für Kleinstwagen, die weniger als einen Liter Hubraum haben 1,40 Euro pro Kubikzentimeter berappen. Das entspricht bei genau 1.000 ccm einem Preisunterschied von 550 Euro. Bei größeren Autos mit einem Hubraum über 2,5 Liter erhöht sich die Zollgebühr sogar um mehr als 3.000 Euro.
Im Vorfeld der Regelung bildeten sich regelrechte Karawanen an den Grenzübergängen Russlands. Wie die Moskauer Tageszeitung „Wremja Nowostej“ berichtet, mussten die Zöllner deshalb in den letzten Wochen zahlreiche Sonderschichten einlegen und praktisch rund um die Uhr arbeiten. Über Wladiwostok wurden allein seit Anfang Juli mehr als 5.000 japanische Autos eingeführt, mehr als im gesamten ersten Halbjahr.
Währenddessen setzt sich auch der Niedergang der einheimischen Automobilbauer fort. Entgegen optimistischer Voraussetzungen setzte sich die Talfahrt von Lada, Wolga und Oka fort. Statt des geplanten Sechs-Prozent-Wachstums mussten die russischen Fahrzeughersteller ein Minus von zehn Prozent eingestehen. Wolga beispielsweise musste seine Produktion im ersten Halbjahr 2003 auf 21.000 Wagen reduzieren.
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Es ist zu bezweifeln, dass der Stopp von Importautos die einheimischen Marken beliebter macht. Einzig die Kooperation mit ausländischen Wagenbauern könnte das Überleben der russischen Automobilindustrie retten. Bisher sind ausländische Investoren aber eher zögerlich in Russland eingestiegen. Als einziges deutsches Unternehmen produziert bisher BMW schon in der russischen Enklave Kaliningrad. Andere Unternehmen wie VW und Opel wollen aber folgen.
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