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Öl und Gas von Yukos flossen über italienische „Rohre“ zu Gasprom ab. (Bild: newsru.com)
Öl und Gas von Yukos flossen über italienische „Rohre“ zu Gasprom ab. (Bild: newsru.com)
Donnerstag, 05.04.2007

Yukos-Auktion war vermutlich von Kreml gesteuert

Moskau. Bei der Versteigerung weiterer Anteile des bankrotten Yukos-Konzerns haben sich die italienischen Energieriesen Enel und Eni durchgesetzt – jedoch nur, um den Happen gleich an den russischen Gazprom-Konzern zu verkaufen. Eine abgekartete Sache?

Gestern fand die mehr oder weniger abgekartete Auktion der Yukos-eigenen Öl- und Gaslieferanten Arktigas und Urengoil statt. Versteigert wurden sie zusammen mit einem 20-Prozent-Aktienpaket der Gazprom-Tochter "Gazprom neft" (ehemals "Sibneft"), das Yukos vor seiner Liquidierung besessen hatte.

Gasprom sicherte sich Kaufrecht


Bei Russland-Aktuell
• Italiener kaufen Yukos -Konkursteile - für Gazprom (04.04.2007)
• Rosneft erwirbt eigene Aktien aus Yukos-Besitz (27.03.2007)
• Yukos-Konkursverwalter will in Rosneft-Aufsichtsrat (01.03.2007)
Als Sieger in der Auktion gingen die Energielieferanten Enel und Eni hervor, die sich die Anteile für 5,8 Milliarden Dollar sicherten und sich gegen die Konkurrenten Rosneft und Yunitex durchsetzten. Dennoch bleibt dieses Öl und Gas in russischen Händen, denn im Vorfeld der Auktion hatte sich der monopolistische russische Staatskonzern Gazprom (Gasprom) bei den Italienern ein Kaufrecht gesichert.
Von diesem machte er nach dem Verkauf an Enel und Eni umgehend Gebrauch. Laut der Tageszeitung „Kommersant“ war diese Transaktion vom Kreml gesteuert. Kurz vor der Auktion hatte Präsident Wladimir Putin mit seinem italienischen Amtskollegen Prodi Wirtschaftsfragen besprochen.

Bereits bei der Auktion von vergangener Woche, bei der Rosneft den Zuschlag erhielt, hatte der britische Konzern BP nach der Meinung von Analysten nur fiktiv mitgeboten.

Yukos-Aktionäre drohen mit Klage gegen Käufer



Der Grund für eine solch fingierte Aktion könnte die Drohung von Yukos-Aktionären sein, jeden Käufer von Yukos-Anteilen zu verklagen.
Sie beschuldigen die Regierung Putin, den Yukos-Konzern absichtlich durch überzogene Steuerforderungen in den Ruin getrieben zu haben, da sein Chef Michail Chodorkowski politische Ambitionen äußerte. Chodorkowski sitzt bereits wegen Steuerhinterziehung in einem sibirischen Straflager.

(eva/.rufo/. St. Petersburg)


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