St. Petersburg. Nach Angaben des Organisators der inzwischen verbotenen Moskauer Homosexuellenparaden soll die Aktion der Gay-Aktivisten in diesem Jahr in Petersburg stattfinden – mitten in den „weißesten“ Nächten.
Nach Angaben der Internetseite Gayrussia.ru hat Nikolai Alexejew sich im Januar mit den Petersburger Schwulenaktivisten darüber abgesprochen, am 26. Juni eine Gay-Parade in der Stadt abzuhalten.
Bisher sei die Genehmigung dafür nicht beantragt worden, aber alles würde „nach dem Buchstaben des Gesetzes“ vor sich gehen, was bedeutet, der Antrag würde zwei Wochen vor der geplanten Aktion gestellt werden.
Maria Jefremkowa, Vorsitzende des Petersburger Organisationskomitees und bekannte Aktivisten der Schwulen- und Lesbenbewegung, ist sich sicher, dass die Aktion auch dann stattfindet, wenn die Stadt den marsch verbieten sollte. Gegen ein Verbot würde man „gegebenenfalls bis nach Straßburg ziehen“.
Aber nicht alle Insider sind im Bilde. Igor Kotschetkow, Direktor der Organisation „LGBT-outing“, weiß nichts von der geplanten Parade. „Keine der drei LGBT-Organisationen hat etwas damit zu tun“, sagte er gegenüber Fontanka.ru. „Ich habe davon aus Alexejews Live Journal erfahren.“
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.(Topfoto: Mrozek/.rufo)